Mittwoch, 7. Oktober 2009

In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?

Jeder kennt diese kleinen Situationen, wie z. B. dass sich jemand an der Supermarktkasse vordrängelt, oder im Straßentunnel wird kein Licht angemacht, oder "sportliches" Fahren in der 30er-Zone, oder oder oder! Ganz sicher könnt Ihr bestimmt selbst unzählige Beispiele nennen, die eigentlich nicht besonders schlimm sind, aber trotzdem ein klein wenig dazu beitragen, dass unsere Gesellschaft langsam aber sicher etwas rücksichtsloser, egoistischer und grauer wird.
Heute habe ich das krasse Gegenteil erlebt!

Ich war mit Marina in der S-Bahn auf der Heimfahrt von unserem wöchentlichen Stricktreffen (ganz abgesehen davon, was ich eigentlich sagen will, war das Treffen superlustig und produktiv. Und Marina war entgegen meiner Erwartung sehr kooperativ und gut gelaunt).

Kaum waren wir am Hauptbahnhof eingestiegen, öffnet ein junger Mann gegenüber vom Gang seinen Aktenkoffer, holt ein unbeschriebenes Blatt Papier raus und fängt an, es wie wild zu falten. Am Nordbahnhof angekommen war er fertig mit dem Papierflieger und hat ihn Marina gegeben mit den Worten "Jetz musch au no probiera, ob er fliegt".

Was für eine wunderschöne, nette, freundliche und liebenswerte Geste! Marina hat ihm ihr schönstes Lächeln geschenkt (so wie sie es sich hier auf dem Foto sich selber im Spiegel zeigt *grins*).

Als wir zwei Stationen später aussteigen mussten, haben wir uns verabschiedet, und alle, die in diesen zwei Bänken gesessen sind, haben zurückgetschüsst! Ich hatte ein bissle das Gefühl, dass die Freundlichkeit des Mannes auf die anderen Passagiere abgefärbt hat.

Diese "Kleinigkeit" wollte ich mit Euch teilen, denn sie hat mich sehr beeindruckt und mir eine große Freude gemacht.
Jeder kennt wahrscheinlich den Werbespruch von Aktion Mensch "In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?" Es braucht oftmals wirklich nur eine Kleinigkeit um die Gesellschaft ein kleines bisschen menschlicher zu machen.
Ich weiß, in was für einer Gesellschaft ich leben möchte. Der Mann in der S-Bahn hat es mir nur noch mal verdeutlicht!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

eine wirklich schöne geschichte(vorallem für eine stuttgarter s-bahn-fahrt!!!)...ich selbst kenne auch dieses gefühl, durch kleine gesten und worte wieder vertrauen in diese gesellschaft zu kriegen und dadurch lächelnd durch die strassen laufen zu können....

Diana hat gesagt…

So eine schöne Geschichte! Du hast Recht, oft sind es nur die kleinen Dinge...
Schöööön.
LG Diana

Sonja hat gesagt…

Wie schön das es das auch noch gibt, manchmal kann man schon ein klein wenig an der Rücksichtslosigkeit mancher Menschen verzweifeln, aber sowas lässt dann ja auch wieder hoffen und die gute Seite sehen :-)
Schön das Du das hier geschrieben hast!

Einen lieben Gruß
Sonja

Esther hat gesagt…

Hallo Ulli
Und mit dieser kleinen Geschichte hast du mich ermutigt, auch heute meinen kleinen Teil dazu beizutragen.
Es ist gut, solche Dinge auch zu erzählen.
Danke! :)
LG
Esther

Tanja hat gesagt…

Was für eine schöne Geschichte *hach*

Liebs Grüßle
Tanja

Ute hat gesagt…

Das ist doch schön, wenn einem sowas unerwartet passiert. Es ist doch nicht alles schlecht auf unserer schönen Welt.

Liebe Grüße, Ute

avelinux hat gesagt…

Hallo Ulli,
wirklich eines "Erlebnis". Ich finde es auch sehr gut, dass du hier darüber berichtet hast. Meistens wird nur über negativ angehauchte Aktionen der Mitmenschen erzählt und sich aufgeregt.
Das hier ist es wert weiter gegeben zu werden.
liebe Grüße
Eva
P.S. Und, wie ist es, flieg er?

Wollfrosch hat gesagt…

Das ist wirklich sehr lieb von dem Mann gewesen. Schön ist das.

LG von Jule

Gabriela hat gesagt…

eine schöne Geschichte, und schön, dass du sie teilst! Das hätte der Mann wohl nicht gedacht, dass sein Flieger und seine Geste so weit in die Welt hinaus fliegt.
Gabriela

Ulli hat gesagt…

@Avelinus: wie eine Eins :-)

Sockenanja hat gesagt…

Hallo Ulli ...
das ist wirklich ein tolles Erlebnis und toll, dass du es mitteilst! In der Tat nicht selbstverständlich, aber ich finde es schön, dass es eben nicht nur die Nörgler, Drängler, Kreischer und was weiß ich gibt, sondern eben auch die netten und freundlichen.

Toll bei solchen Begebenheiten finde ich auch, dass es einem immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert, wenn man daran zurückdenkt :).

Liebe Grüße;
Anja

Claudia hat gesagt…

Liebe Ulli,

welch wahrlich schöne Geschichte. Ich glaube, dass erlebt man nicht oft in heutigen Zeiten. Schön, dass es Euch passiert ist!

Alles Liebe!

Birgit hat gesagt…

Wie schön :-)))
Beste Wünsche an Euch
Birgit

Birgit hat gesagt…

Hallo Ulli, Dein Post macht uns (ich hab's der Familie gezeigt!) glücklich :-)))
Beste Wünsche Birgit

Conny hat gesagt…

Tolle Geschichte!!! Und ja, es sind immer die kleinen Dinge, die die größte Wirkung haben!!!! Wir sollten uns alle so verhalten!!!!

Christine hat gesagt…

Ja, es ist nur schade das diese Ereignisse so selten sind. Wir waren mit Robert im Zoo in Leipzig. Dort konnten Kinder für 4€• auf einem Kamel reiten - nur nicht Robert. Behinderte werden nur auf dem Pferd geführt gab man uns zu verstehen. Ja Pferd wollten wir dann auch nicht.

Blacklab hat gesagt…

Sowas ist ja nun wirklich leider seltener.
Aber umso schöner das Ihr das erlebt habt!

Wir leben auf dem Land in einerm 1000 Seelendorf, da ist sowas schon eher der "Alltag"

Seit ich Kinder habe sehe auch ich dir Welt anders, manche vergessen nur allzuoft das sie auch mal Kinder waren!